Die Abwicklung globaler B2B-Zahlungen stellt aufgrund des komplexen Zusammenspiels dreier Faktoren eine der schwierigsten operativen Herausforderungen für wachsende Unternehmen dar:
- Die manuelle Abwicklung von Zahlungen auf globaler Ebene ist quasi unmöglich, insbesondere für Unternehmen mit hohem Transaktionsvolumen.
- Die Technologie, die globale und grenzüberschreitende Zahlungen ermöglicht, bringt oft Implementierungsprobleme mit sich: Verschiedene Banken in verschiedenen Ländern unterstützen unterschiedliche Tools, und verschiedene Zahlungssysteme und -netzwerke folgen mitunter sehr unterschiedlichen Standards.
- Compliance-Regelungen und Governance sind für viele Unternehmen keine einfachen Themen. Wenn Sie Zahlungen an Lieferanten in Dutzenden verschiedener Länder leisten möchten, benötigen Sie wahrscheinlich verschiedene Bankkontotypen, Zahlungsmethoden und Zahlungsformate. Konten, die mehrere Währungen unterstützen, und digitale Zahlungsplattformen reichen möglicherweise nicht aus, um all Ihre Anforderungen zu erfüllen, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und Reporting-Pflichten.
Vor diesem Hintergrund ist die korrekte Verarbeitung Ihrer globalen B2B-Zahlungen für das Wachstum Ihres Unternehmens unerlässlich. Zahlungsverzüge gegenüber Lieferanten stellen ein erhebliches Hindernis für Ihre Expansion dar, insbesondere da Unternehmen weltweit zunehmend Echtzeit-Transaktionen erwarten.
In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen Ihre Möglichkeiten zur Bewältigung dieser Herausforderungen auf. Wir beleuchten die operativen Grundlagen, die technologischen Veränderungen im globalen B2B-Zahlungsmarkt und die Ansätze, mit denen Sie den Prozess optimieren und ihn von einer lästigen Verwaltungsaufgabe in einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verwandeln können. So maximieren Sie die Verfügbarkeit Ihres Working Capital und minimieren Risikien.
Globale B2B-Zahlungen: Stand heute
Das Konzept eines globalen Zahlungsverkehrs bringt seit jeher große Anreize für Unternehmen mit sich. Jeder würde seinen Zahlungseingang gerne hürdenlos abwickeln können und einen einfachen Zugang zu einem möglichst breiten Markt an Anbietern haben, um die passenden B2B-Zahlungslösungen zu finden. Doch global agierende Unternehmen, die sich mit der Realität globaler Zahlungen auseinandersetzen müssen, wissen, dass die Vision einer reibungslosen, grenzenlosen Finanzwelt nicht so einfach zu verwirklichen ist.
Mit dem technologischen Fortschritt und der Entkopplung von Zahlungen von traditionellen Bankkonten und den „altmodischen“ Beziehungen zwischen Unternehmen und ihren Bankdienstleistern entstehen durch die Tools, die sofortige Inlands- und grenzüberschreitende Zahlungen ermöglichen, oft enorme zusätzliche Verwaltungs- und Compliance-Belastungen im Hintergrund.
Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem Unternehmen mit einer Vielzahl von miteinander verknüpften Herausforderungen und Hindernissen konfrontiert sind, die nicht leicht zu bewältigen sind.
Hindernisse bei der Verwaltung globaler B2B-Zahlungen
- Die globale Finanzwelt ist komplex. Und die Komplexität der Zahlungssysteme von Unternehmen gerät immer mehr außer Kontrolle. Unternehmen mit mehreren Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Compliance-Systemen sehen sich gezwungen, Dutzende oder Hunderte verschiedener Komponenten zu verwalten.
- Die Digitalisierung schafft neue Probleme. Automatisierung und digitale Systeme können zwar enorme Effizienzsteigerungen ermöglichen, doch die zunehmende Verbreitung von Technologielösungen, Vermittlungsdiensten und die Verwaltung der Bankverbindungen sowie die immer strengeren Compliance-Anforderungen in verschiedenen Regionen stellen uns vor neue Herausforderungen. Sicherheit spielt dabei eine besonders wichtige Rolle – nicht nur im Hinblick auf den Zahlungsprozesses und die Betrugsprävention, sondern auch auf die Erstellung sicherer und nachvollziehbarer Prüfprotokolle für interne Zwecke und zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
- Manuelle Prozesse sind nach wie vor die Norm. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials im Zahlungsverkehr und der rasanten Verbreitung digitaler Zahlungstechnologien im B2B-Bereich werden Prozesse immer noch größtenteils manuell über Tastaturen ausgeführt.
Dafür gibt es drei Hauptgründe:
Erstens, Sicherheitsbedenken.
Zweitens zögern viele, cloudbasierte B2B-Zahlungslösungen einzuführen (selbst wenn sie eine „Cloud-First“-Strategie verfolgen), aus Angst, noch längere und kostspieligere Transformationsprojekte in Folge in Angriff nehmen zu müssen.
Schließlich macht die schiere Komplexität der internen Systeme, die viele entwickeln mussten, um individuelle Zahlungsprobleme zu bewältigen, die Verfolgung eines integrierten Ansatzes schwierig oder unmöglich.
Diese Komplexität – und die damit verbundenen Kosten und Ineffizienzen – verschärft sich im Laufe der Zeit für viele Unternehmen sogar noch.
Faktoren, die zur Komplexität der B2B-Zahlungsabwicklung beitragen
- Banken ringen mit Nichtbanken um die Kontrolle über wichtige Kundenbeziehungen.
- Das Zahlungsvolumen steigt weiter an.
- Der Ausbau digitaler öffentlicher Infrastrukturen wird die Akzeptanz digitaler Zahlungen im Geschäftsleben beschleunigen und gleichzeitig neue Entwicklungsmärkte für grenzüberschreitende Zahlungen erschließen.
- Neue Sicherheits-, Regulierungs- und Verwaltungskosten werden unweigerlich folgen.
Wie ist ein internationaler B2B-Zahlungsprozess aufgebaut?
Geld zu überweisen ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Eine internationale Transaktion folgt üblicherweise sieben Schritten:
- Initiierung: Die zahlungspflichtige Organisation (i. d. R. über die Kreditorenbuchhaltung, Treasury oder durch eine spezialisierte Payments Factory mit Payments-On-Behalf-Of (POBO)-Modell veranlasst die Überweisung. Dies erfolgt entweder direkt über ihr Bankkonto, ERP-System oder eine spezielle Plattform für grenzüberschreitende Zahlungen. Die Organisation muss hierfür die Bankverbindung des Empfängers, den Betrag, die Währung und weitere Überweisungsinformationen eingeben. Die manuelle Erfassung, Prüfung und Validierung dieser Daten kann zu zahlreichen Fehlern und Verzögerungen führen.
- Compliance-Prüfung: Vor Beginn der Transaktion prüft die Bank oder der Zahlungsdienstleister die Daten anhand der Anforderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche, der KYC-Daten (Know Your Customer) und verschiedener internationaler Sanktionslisten. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Betrugsprävention, da Überweisungen besonders anfällig für Zahlungs- und Beschaffungsbetrug sind.
- Routing und Auswahl des Zahlungswegs: Wir werden später genauer auf die verschiedenen Zahlungswege eingehen. Fürs Erste genügt es zu wissen, dass unterschiedliche Zahlungen je nach Zielort, Geschwindigkeitsanforderungen und Kostenfaktoren unterschiedliche Wege nehmen müssen. Der gewählte Zahlungsweg bestimmt die Transaktionsgeschwindigkeit, die Kosten für Zahler und Zahlungsempfänger sowie die Sicherheit der Abwicklung.
- Bankkorrespondenz: Viele Banken pflegen keine aktiven Geschäftsbeziehungen und nutzen grundlegend andere Verarbeitungsprotokolle. Besteht zwischen den Banken von Sender und Empfänger keine bestehende Geschäftsbeziehung oder Zahlungsvereinbarung, wird eine sog. Korrespondenzbank mit der Weiterleitung der Gelder beauftragt. Dies führt zu weiteren Verzögerungen, Kosten und Intransparenz im Zahlungsprozess. Viele internationale Organisationen betrachten dies als den schwierigsten und zeitaufwendigsten Schritt im gesamten Prozess.
- Währungsumrechnung (FOREX): Viele internationale Zahlungen beinhalten Währungsumrechnungen, die bei jeder an der Überweisung beteiligten Bank erfolgen können. Sind mehrere Umrechnungen erforderlich, steigen die Kosten schnell an.
- Zahlungsverarbeitung: Erst jetzt erreichen die Gelder das Bankkonto des Empfängers. Dies kann je nach verwendetem Zahlungssystem, Umrechnungsanforderungen und der Beteiligung zwischengeschalteter Banken von wenigen Sekunden bis zu einer ganzen Arbeitswoche dauern.
- Abstimmung und Buchung im Hauptbuch: Sobald die Gelder eingehen, müssen Empfänger und Absender die Zahlung mit der Originalrechnung abgleichen, Währungsdifferenzen und Gebühren ausgleichen und die Transaktion in ihren Hauptbüchern buchen. Dieser Prozessschritt erfolgt oft manuell und stellt die häufigste Fehlerquelle dar.
Welche Komponenten umfasst das globale B2B-Zahlungsmanagement?
Für ein effektives Management Ihrer globalen B2B-Zahlungen sollten Sie sechs verschiedene Aspekte berücksichtigen. Betrachten wir sie vom Einfachsten zum Komplexesten:
- Bankpartner: Die von Ihnen genutzten Konten bilden die Grundlage Ihrer globalen B2B-Zahlungsarchitektur. Verschiedene Anbieter und Kontotypen bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile (z. B. institutionelle Reichweite, Unterstützung mehrerer Währungen und technische Integrationen). Gehen Sie besonders sorgfältig bei der Auswahl Ihrer Partner vor, basierend auf Ihren aktuellen betrieblichen Anforderungen und Ihren strategischen Prioritäten für Skalierung und Expansion in Ihre Zielmärkte und -regionen.
- Individuelle Zahlungsinfrastrukturen: Zahlungsinfrastrukturen („Payment Rails“) bilden die Grundlage Ihrer Geldüberweisungen. Sie funktionieren wie virtuelle Gleise und bilden einen standardisierten, rechtskonformen und transparenten Prozess, der es ermöglicht, Geld von Ihren Bankkonten auf die Konten Ihrer Zahlungsempfänger zu transferieren. Eine „Payment Rail“ bezieht sich auf die zugrundliegende Infrastruktur selbst, während das Zahlungsnetzwerk die Organisation ist, die diese Infrastruktur bereitstellt und die Richtlinien und Regeln verwaltet. Verschiedene Zahlungsinfrastrukturen weisen unterschiedliche Stärken und Schwächen auf. Zu den am häufigsten verwendeten gehören:
- Inländische Zahlungsverkehrssysteme wie AHC (Automated Clearing House) in den USA und SEPA (Single Euro Payments Area) in Europa sind auf niedrigere Kosten und schnellere Abwicklung innerhalb eines bestimmten Gebiets optimiert. Sie eignen sich am besten für wiederkehrende Zahlungen mit geringem Wert.
- Physische und virtuelle Karten eignen sich ideal für kleinere grenzüberschreitende Ausgaben wie SaaS-Abonnements, Reisekosten und Ähnliches. Sie werden in der Regel in vielen Ländern akzeptiert, sind sicher und zuverlässig, unterliegen jedoch bei Transaktionen mit höherem Wert oft Einschränkungen und sind in der Regel mit höheren Gebühren verbunden.
- Internationale Geldtransfers dienen der Abwicklung von hohen und globalen grenzüberschreitenden Zahlungen. Das SWIFT-Netzwerk ist der internationale Standard für große Unternehmen, doch für kleinere und mittlere Unternehmen bieten spezialisierte digitale Plattformen oft eine kostengünstigere Alternative.
- Echtzeit-Zahlungen (Real-time Payments; RTP), darunter z. B. das US-amerikanische RTP-Netzwerk, der britische Faster Payments Service, SEPA Instant Credit Transfer in Europa sowie PIX und UPI in Brasilien und Indien. Sie ermöglichen sofortige Überweisungen und Abrechnungen rund um die Uhr. Sie bieten eine hervorragende Möglichkeit für sofortige Liquidität und sensible Transaktionen, sind jedoch nicht umkehrbar und bergen daher Risiken, wenn Ihre Betrugserkennungsprotokolle nicht auf dem neuesten Stand sind. Die meisten RTP-Systeme unterstützen die Übertragung umfangreicher Daten neben dem Transfer und eignen sich daher ideal für alle, die ihre Zahlungsautomatisierung verbessern möchten.
- Grenzüberschreitende Infrastruktur: Selbst mit den richtigen Zahlungssystemen benötigen Sie zusätzliche Maßnahmen, um Compliance und Effizienz sicherzustellen und gleichzeitig Währungsrisiken zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise:
- Multiwährungskonten für ausgehende und eingehende internationale Zahlungen.
- Lokale Konten zur Senkung von Fremdwährungs- und Intermediärgebühren sowie zur Verringerung der Komplexität der Einhaltung von Vorschriften in multinationalen Netzwerken mit unterschiedlichen Regelwerken (wie SWIFT).
- Technologieplattformen: Je nach Bedarf reichen diese von kleineren, spezialisierten B2B-Zahlungsmanagement-Diensten bis hin zu sorgfältig ausgewählten Plattformen, die sich nahtlos in Ihre ERP-Systeme integrieren lassen. Größere Unternehmen mit komplexen Anforderungen sollten den Einsatz ausgefeilter Netzwerke von B2B-Zahlungsgateways und Automatisierungsplattformen in Betracht ziehen, die nahtlos mit ihren ERP- und Buchhaltungssystemen kommunizieren, um Echtzeit-Transparenz zu gewährleisten und den manuellen Arbeitsaufwand zu reduzieren.
- Betriebs- und Compliance-Netzwerke: Dies schließt die grundlegenden Abläufe der Zahlungsabwicklung ein, wie zum Beispiel:
- Automatisierte Rechnungsverarbeitung und -abstimmung: Die manuelle Rechnungsverarbeitung ist einer der größten Engpässe in großen Finanzabteilungen. KI-gestützte Automatisierung ermöglicht heute die automatische Verarbeitung von bis zu 70 % der Lieferantenrechnungen und die sofortige Durchführung des 3-Wege-Abgleichs. Ein solches System ist unerlässlich für die Bewältigung des hohen Arbeitsaufkommens und ein wichtiger Baustein einer effektiven Betrugspräventionsstrategie.
- Betrugserkennung und -prävention: Beschaffungsbetrug stellt ein erhebliches Risiko für international tätige Unternehmen dar. Die Implementierung geeigneter Kontrollmechanismen (einschließlich klarer Genehmigungshierarchien mit Multi-Faktor-Authentifizierung, KI- und ML-gestützter Erkennungsprotokolle sowie Abgleichprüfungen) ist unerlässlich, um die Integrität Ihrer globalen Zahlungen zu schützen.
- Compliance-Protokolle: Moderne Systeme bilden die Grundlage für die KI-gestützte Automatisierung von Geldwäschebekämpfungs- und KYC-Prozessen (Know Your Customer), die von Aufsichtsbehörden vorgeschrieben sind. Sie ermöglichen zudem ein sofortiges Reporting auf Basis der Echtzeit-Transparenz des gesamten Zahlungsverkehrssystems Ihres Unternehmens. Dies ist entscheidend für die Einhaltung der Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung (E-Invoicing) in verschiedenen Ländern sowie anderer Pflichten zur kontinuierlichen Echtzeitberichterstattung.
- Strategische Finanzkontrollen und -richtlinien: Nachdem Sie den Arbeitsaufwand und die Risiken im Zusammenhang mit globalen Zahlungen reduziert haben, benötigen Sie integrierte Finanztools, die sich in Ihr Cash Forecasting und Ihre Working Capital Intelligence-Plattformen integrieren lassen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Zahlungen gesetzeskonform und lieferantenfreundlich erfolgen und Sie gleichzeitig Ihr strategisches und taktisches Liquiditätsmanagement optimieren können. Zudem sollten Sie die Kostenoptimierung der verwendeten Zahlungsprotokolle in Betracht ziehen: Sie können wahrscheinlich niedrigere Gebühren für Transaktionen mit hohem Volumen im selben Netzwerk und in derselben Infrastruktur aushandeln, Gebühren und Zwischenschritte durch datenreiche Übertragungsformate weiter reduzieren und die Sicherheit erhöhen. Dafür müssen Sie jedoch im Vorfeld Regeln und Routing-Prozesse festlegen.
Welche Optionen gibt es für das Management globaler B2B-Zahlungen?
Serrala arbeitet seit Jahrzehnten mit globalen Unternehmen zusammen, um Zahlungsarchitekturen zu entwickeln, die den Anforderungen moderner, internationaler Unternehmen gerecht werden. Wir haben in dieser Zeit enorme Veränderungen miterlebt.
Unserer Erfahrung nach gibt es drei grundlegende Ansätze für Organisationen, die ein strukturierteres Modell für ihre globalen B2B-Zahlungsabwicklungsprozesse einführen möchten.
- DYI – Do it yourself
Schaffen Sie eine globale, interne Zahlungsabwicklung. Viele Unternehmen haben dies bereits erfolgreich umgesetzt, darunter auch viele unserer Kunden, die die Prinzipien des internen Bankwesens, der Zahlungen im Namen Dritter (POBO) und des konzerninternen Cash Pooling erfolgreich anwenden, um globale Effizienzsteigerungen und niedrigere Gesamtbetriebskosten zu erzielen. Gleichzeitig erweitern sie damit ihre Fähigkeit zur intelligenten Verwaltung globaler Betriebskapitalreserven um eine völlig neue strategische Dimension.
Vorteile: Höhere Kontrolle, geringere Kosten und weniger Abhängigkeit von externen Bankpartnern sowie vollständige Transparenz des gesamten globalen Working Capital mit der Möglichkeit, den Zahlungszyklus ganzheitlich zu optimieren.
Nachteile: Der interne Ansatz ist nicht immer einfach. Viele Unternehmen verfügen nicht über die erforderlichen Ressourcen, um solche Modelle umzusetzen oder das damit verbundene Risiko zu tragen. Die Entwicklung einer komplexen, kundenspezifischen Finanzarchitektur ist herausfordernd, da sie sich nur schwer auf neue Märkte übertragen, skalieren oder an Marktveränderungen anpassen lässt. Zudem muss die Sicherheit dieser Architektur vollständig intern gewährleistet werden.
Ideal für: Große multinationale Organisationen mit komplexen Treasury-Abläufen, die bereits fortschrittliche Treasury Management Software nutzen, wie SAP In-House Banking und In-House Cash (oder mit deren Nutzung experimentieren). - Nutzen Sie cloudbasierte B2B-Zahlungslösungen
Dieser Ansatz ermöglicht mehr Effizienz und Agilität, reduziert die Investitionskosten und schafft eine skalierbare Architektur, die sowohl heute als auch in Zukunft für die Automatisierung bestens gerüstet ist. Sie können ein System einrichten, das optimal auf Ihre Bedürfnisse und Ihre bestehende Infrastruktur zugeschnitten ist und perfekt zu Ihnen und Ihren Teams passt.
Vorteile: Mehr Freiheit bei der Skalierung, Anpassung und Weiterentwicklung Ihrer Lösung nach Bedarf, geringere Betriebskosten und weniger technische Schulden. Der Ansatz bietet mehr Flexibilität bei der Auswahl mehrerer Infrastruktursysteme, verbessert die Transparenz und reduziert den Aufwand bei der FOREX-Optimierung und Währungsmanagement. Außerdem ermöglicht es die ERP-Integration zur Steigerung der Automatisierungsrate ohne enorme und komplexe technische Investitionen.
Nachteile: Ihre Finanz- und IT-Teams müssen gemeinsam ein passendes Modell und eine entsprechende Infrastruktur von Grund auf entwickeln, aufbauen, testen und implementieren. Zudem müssen Sie den Großteil der Arbeit selbst übernehmen, z. B. Compliance sicherstellen, Schnittstellen zwischen Bankplattformen und -tools schaffen und sich im Dschungel der Zahlungsformate zurechtfinden.
Ideal für: Kleinere, wachsende Unternehmen mit einfacheren betrieblichen Anforderungen, die mit grenzüberschreitenden B2B-Zahlungsplattformen, welche einige der kniffligeren und kostspieligeren Probleme des globalen Zahlungsverkehrs lösen, zufriedengestellt werden können, aber noch keine wirklich komplexen Systeme benötigen. - Auslagerung an einen Managed Service Provider
Dies ist der einfachste Ansatz für Unternehmen, die ihren Aufwand für die Verwaltung des globalen Zahlungsverkehrs reduzieren möchten. Sei es, weil ihre eigenen Ressourcen und ihre Risikobereitschaft nicht ausreichen oder weil die Komplexität ihrer Infrastruktur und deren Integration einen internen Ansatz unpraktikabel macht.
Vorteile: Die Komplexität cloudbasierter Plattformen wird weitgehend vermieden, während gleichzeitig deren Flexibilität genutzt wird. Zudem werden der Aufwand für die Einhaltung von Vorschriften sowie die Einrichtung und Wartung im Zusammenhang mit der Auswahl von Infrastrukturmodellen, Sicherheitsprotokollen und Genehmigungen reduziert.
Nachteile: Je nach Ihren genauen Anforderungen kann es schwierig sein, einen passenden Anbieter zu finden. Eine sorgfältige Prüfung hinsichtlich Compliance, Sicherheitsanforderungen, Governance und Automatisierungskapazitäten ist erforderlich.
Ideal für: Schnell wachsende Organisationen, deren Bedarf die Kapazitäten digitaler globaler B2B-Zahlungsmanagementplattformen übersteigt, denen aber die Kapazität, die Ressourcen und das technische Know-how fehlen, um eine vollständige interne Zahlungslandschaft zu schaffen.
Wie Sie den richtigen Ansatz für globale B2B-Zahlungen auswählen
- Ermitteln Sie Ihren aktuellen und zukünftigen Bedarf
Bevor Sie sich für eine Option entscheiden, sollten Sie das Zahlungsprofil Ihres Unternehmens sorgfältig analysieren. Berücksichtigen Sie dabei beispielsweise Folgendes:- Die Anzahl der Währungen, in denen Sie üblicherweise Transaktionen durchführen.
- Müssen Sie globale Verbindlichkeiten und Forderungen verwalten, oder sind die meisten Ihrer globalen Transaktionen unidirektional?
- Welches Zahlungsvolumen wickeln Sie ab?
- Wie gruppieren sich die Transaktionen? Handelt es sich überwiegend um große Transaktionen zwischen Unternehmen, oder verteilen sich die Transaktionen auf viele kleinere Lieferanten?
- Beurteilen Sie die Fähigkeiten der Anbieter.
Auf dem Markt gibt es heute Dutzende Anbieter von B2B-Zahlungslösungen. Das Spektrum reicht von einfachen Devisenmanagement-Tools wie Wise bis hin zu Anbietern von Unternehmenslösungen, die speziell auf die komplexen Zahlungsanforderungen von Organisationen mit bestimmten ERP-Systemen zugeschnitten sind.
Eine zuverlässige B2B-Zahlungslösung sollte Folgendes in jedem Fall bieten können:
- Multi-Rail-Konnektivität und Flexibilität, Unterstützung der wichtigsten Netzwerke und Protokolle wie SWIFT, SEPA, BECs und BACs sowie neuer Echtzeit-Infrastrukturen in den Ländern, in denen Sie tätig sind.
- Umfassendes Devisenmanagement (FOREX), das neben der Abwicklung von Währungsumrechnungen auch bevorzugtes Routing, Multi-Entity-Forex-Netting und Hedging-Integration umfasst, ist entscheidend für die Senkung Ihrer Gesamtkosten.
- KI-gestützte Optimierung von Routing und Zahlungsabwicklung: Führende Anbieter nutzen KI, um jede Transaktion hinsichtlich ihrer Priorität anhand Ihrer strategischen Bedürfnisse und Compliance-Anforderungen zu bewerten und sie anschließend dem optimalen Zahlungsabwickler, Zahlungskanal, Devisenabwicklungspfad und Batch zuzuweisen, und zwar basierend auf den spezifischen Anforderungen jeder einzelnen Transaktion.
- Globale Compliance: Verschiedene Länder haben unterschiedliche Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche, unterschiedliche Sicherheitsanforderungen und unterschiedliche Regeln bezüglich der Zahlungsabwicklung und der Dateitypen, die für eine legale Zahlungsabwicklung verwendet werden müssen. Anbieter, die all diese Aspekte berücksichtigen, arbeiten deutlich effizienter und minimieren das Risiko für Ihr Unternehmen erheblich.
- ERP-Integration: Ihr bevorzugter Lieferant sollte native Verbindungen zu Ihrem System unterstützen, um Echtzeit-Transparenz und die Zahlungsinitiierung direkt aus dem ERP-System zu ermöglichen. Zudem sollten Vorgänge wie Rechnungsverarbeitung und -genehmigung, Abgleich und Buchung sowie der damit verbundene Aufwand für Fremdwährungstransaktionen und -umtausch automatisiert werden.
- Sicherheitszertifizierungen: Ihr bevorzugter Anbieter muss die branchenüblichen Sicherheitsstandards erfüllen und über entsprechende Zertifizierungen verfügen. Sie sollten unbedingt auf unverzichtbare Kriterien wie PCI-DSS-Compliance, Tokenisierung, Multi-Faktor-Authentifizierung und KI-gestützte Betrugsüberwachung in Echtzeit achten.
- Vollständige Transparenz über alle Unternehmenseinheiten hinweg: Konsolidiertes Echtzeit-Reporting über verschiedene Währungen, Einheiten und Zahlungsmethoden hinweg sind heute Standard für moderne Finanzteams und CFOs. Ihre Plattformen sollten Ihnen Echtzeit-Einblicke in Ihre Liquiditätslage, die Performance Ihres Zahlungssystems sowie Kosten und Status einzelner Rechnungen ermöglichen. Und das alles unter Einhaltung der entsprechenden Prüfprotokolle.
Wie kann Serrala Sie bei der Verwaltung globaler B2B-Zahlungen unterstützen?
Die KI-gestützten B2B-Zahlungslösungen von Serrala werden von über 2.800 weltweit führenden Marken eingesetzt, um höchste Automatisierungsraten in ihren Prozessen zu erzielen. Sie eliminieren über 80 % des manuellen Aufwands in der Kreditorenbuchhaltung, sparen wochenlange Arbeitszeit und eröffnen neue Möglichkeiten für strategische Entscheidungen und den Unternehmenserfolg.
Unser Modell zur Automatisierung von B2B-Zahlungen wurde speziell für die Bedürfnisse wachsender globaler Unternehmen entwickelt, die in ihrem Zahlungslandschaften Einfachheit, Skalierbarkeit und Kontrolle benötigen. Mit Serrala bleiben Sie agil, rechtskonform und zukunftssicher. Gleichzeitig integrieren wir Ihre bestehenden Arbeitsabläufe in eine globale Infrastruktur, die intelligente, schnellere und sicherere Zahlungsabwicklungen ermöglicht.
Die Lösungen von Serrala ermöglichen eine vollständig kontaktlose Verarbeitung und verbessern die Verfügbarkeit von Working Capital durch intelligente Cashflow-Optimierung, sodass globale Unternehmen wichtige strategische Investitionen selbstbewusst tätigen können.
Die B2B- Softwarelösungen für die Zahlungsautomatisierung von Serrala sind als vollständig eigenständige Cloud- oder Hybrid-Implementierungen mit mehreren ERP-Integrationen oder als vollständig eingebettete Erweiterungen von SAP S/4HANA und EEC verfügbar.
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Häufig gestellte Fragen zum globalen B2B-Zahlungsmanagement
- Was ist eine grenzüberschreitende Zahlung?
Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei einer grenzüberschreitenden Zahlung um eine Überweisung von einem Land in ein anderes. Dazu gehören Zahlungen an B2B-Lieferanten (insbesondere im SaaS-Kontext), aber auch B2C-Zahlungen, C2B-E-Commerce-Transaktionen und sogar private Geldüberweisungen.
Grenzüberschreitende Zahlungen können Interaktionen mit mehreren Banken, Währungen, regulatorischen Rahmenbedingungen und Verarbeitungsprotokollen beinhalten, wodurch vor allem für B2B-Transaktionen besondere Risiken entstehen. - Wie funktionieren internationale B2B-Zahlungen?
Grenzüberschreitende B2B-Zahlungen erfordern die Mitwirkung des Zahlers, seiner Bank, der Bank des Empfängers, eines Zahlungsdienstleisters und der Debitorenbuchhaltung des Empfängers, um die Einhaltung der Vorschriften und die korrekte Zahlungsabwicklung sicherzustellen.
Typischerweise ist dafür auch der Einsatz spezialisierter Software wie ERP-Systeme mit integrierten Funktionen für grenzüberschreitende Zahlungen oder dedizierter B2B-Zahlungsplattformen erforderlich. Unter Umständen sind mindestens eine Korrespondenzbank und ein Devisenhändler involviert. Aufgrund der Komplexität kann die Abwicklung von Überweisungen über große internationale Zahlungsnetzwerke wie SWIFT bis zu einer Woche dauern. - Warum sind grenzüberschreitenden Zahlungen so teuer?
Aufgrund der Vielzahl beteiligter Parteien und der Komplexität technischer Aspekte wie Routing und Compliance-Prüfungen auf Sender- und Empfängerseite können globale B2B-Zahlungen hohe Kosten verursachen. Dies betrifft insbesondere große Unternehmen mit hohem internationalem Transaktionsvolumen.
Bankgebühren fallen in der Regel in jedem Schritt der Zahlungskette an, und die Notwendigkeit der Unterstützung durch Intermediäre kann die Kosten oft in die Höhe treiben. Unternehmen, die auf veraltete Bankinfrastrukturen setzen, zahlen häufig überhöhte Gebühren, da sie auf suboptimales Routing zurückgreifen, anstatt Transaktionen einem geeigneteren Zahlungssystem zuzuweisen. - Wie können spezialisierte globale B2B-Zahlungslösungen die Kosten senken?
Spezielle internationale Zahlungsplattformen und spezialisierte B2B-Zahlungslösungen für Unternehmen zentralisieren und automatisieren die Verarbeitung und Verwaltung von rechtskonformen internationalen B2B-Zahlungen. Sie sind herkömmlichen Bankportalen überlegen, da sie Massentransaktionen schnell und flexibel dem jeweils passenden Zahlungskanal zuordnen können, um Kosten zu optimieren. Zudem reduzieren sie den manuellen Aufwand und die Kosten für Rechnungsverarbeitung, Abgleich, Abstimmung und Compliance erheblich. - Wie verbessert KI das globale B2B-Zahlungsmanagement?
Ja, KI trägt zu einem dynamischen Echtzeit-Zahlungsrouting bei und optimiert so die Kosteneffizienz. Sie steigert zudem die Automatisierungsrate bei der Rechnungsverarbeitung und dem Abgleich von Rechnungen durch intelligente Datenerfassung und 3-Wege-Abgleich. KI-Lösungen verbessern den Prozess weiter, indem sie eine zusätzliche Sicherheitsebene für Prüfungen und Anomalieerkennungen bereitstellen. So werden fehlerhafte und potenziell betrügerische Transaktionen erkannt, bevor sie zur weiteren Prüfung und Korrektur ausgeführt werden.
Dies reduziert den Bedarf an manueller Bearbeitung einzelner Zahlungen erheblich. Führende B2B-Zahlungslösungen nutzen heute agentenbasierte KI in ihren Workflows, um einen durchgängig autonomen Ablauf für zahlreiche Zahlungstransaktionen zu schaffen.
