Was ist Wero? Europas neues System für Sofortzahlungen

Published on 25 August 2026
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Wero ist Europas neues „Account-to-Account“ (A2A)-Bezahlsystem, das von der European Payments Initiative (EPI), einem Zusammenschluss großer europäischer Banken, entwickelt wurde. Es basiert auf der SEPA-Sofortüberweisung und ermöglicht den direkten Geldtransfer zwischen Bankkonten innerhalb weniger Sekunden, ohne dass ein Zahlungskartennetzwerk zwischengeschaltet ist.

Für Verbraucher in Deutschland, Frankreich und Belgien ist Wero bereits verfügbar. Weitere Länder ziehen zeitnah nach: Die Niederlande beginnen 2026 mit der Umstellung von iDEAL auf Wero, wobei die vollständige Migration für 2027 angestrebt wird. Luxemburg tritt dem Netzwerk noch im Jahr 2026 bei.

Für Finanz- und Treasury-Teams ist Wero ein wichtiges Signal dafür, in welche Richtung sich die europäischen Zahlungssysteme entwickeln. Daher lohnt sich bereits jetzt ein Blick auf die Details, bevor es Europas Märkte in vollem Umfang erreicht.

Grafik, die Weros Expansion von lokalen Konto-zu-Konto-Zahlungen zu einem europaweiten Standard für Echtzeitzahlungen darstellt.

Grafik, die Weros Expansion von lokalen Konto-zu-Konto-Zahlungen zu einem europaweiten Standard für Echtzeitzahlungen darstellt.

 

Wero im Überblick 

  • Von der EPI entwickelt, einem Zusammenschluss großer europäischer Banken und Zahlungsdienstleister
  • Basiert auf der SEPA-Sofortüberweisung (SEPA Instant Credit Transfer), die innerhalb von weniger als 10 Sekunden abgewickelt wird
  • Bereits für Verbraucherzahlungen in Deutschland, Frankreich und Belgien verfügbar
  • Mehr als 43,5 Millionen registrierte Nutzer und über 7,5 Milliarden Euro im ersten Jahr abgewickelt (Société Générale)
  • Bis Ende 2026 auch für den Check-out im Onlinehandel (E-Commerce) in den Kernmärkten eingeführt
  • Luxemburg tritt dem Netzwerk 2026 bei. Die Niederlande beginnen die Umstellung von iDEAL auf Wero 2026 (vollständige Migration bis 2027)

 

Was ist Wero und woher kommt es?

Wero ist die Handelsmarke der European Payments Initiative (EPI); einem Projekt, das 2020 von großen europäischen Banken ins Leben gerufen wurde, um eine eigenständige Alternative zu globalen Kartensystemen und den Digital-Wallet-Diensten großer Tech-Unternehmen wie Apple Pay und Google Pay zu schaffen. Die EPI durchlief in ihren Anfangsjahren eine Umstrukturierung, verlor dabei einige Mitglieder und übernahm zwei europäische Fintech-Unternehmen – die Muttergesellschaften hinter Payconiq und iDEAL –, bevor sie mit der Einführung einfacher Überweisungen (Person zu Person) begann.

Die Marke Wero selbst wurde im September 2023 ausgewählt. Das erste Pilotprojekt lief noch im selben Jahr zwischen einer deutschen Sparkasse und einer französischen Genossenschaftsbank. In Deutschland ging das System im Juli 2024 an den Start, gefolgt von Frankreich im September und Belgien im November desselben Jahres.

 

Warum wird Wero immer beliebter?

Hier wirken gleich mehrere Faktoren zusammen:

  • Die EU Instant Payments Regulation treibt den Ausbau von Echtzeitzahlungen in ganz Europa voran, und Wero baut direkt auf der Infrastruktur auf, die Banken bereits unterstützen müssen.
  • Der Geldtransfer von Bank zu Bank umgeht Kartenabwicklungsgebühren und schafft so Spielraum für niedrigere Abnahmekosten.
  • Händler nutzen derzeit einen Mix aus iDEAL, Bancontact und anderen nationalen Systemen; Wero zielt darauf ab, diese unter einem europäischen Standard zu vereinen.
  • Wero bietet europäischen Banken und Unternehmen eine Zahlungsoption, die innerhalb Europas geregelt und abgewickelt wird, wodurch die Abhängigkeit von internationalen Karten- und Digital-Wallet-Anbietern verringert wird – ein souveränes, einheitliches Modell, wie EPI-CEO Martina Weimert in einem Interview mit dem European Payments Council beschreibt.

 

Wie funktioniert Wero?

Wero basiert auf der SEPA-Echtzeitüberweisung (SCT Inst) und wickelt Zahlungen zwischen Bankkonten in Echtzeit ab. Zunächst initiiert der Nutzer eine Zahlung über eine Handynummer, einen QR-Code, eine Zahlungsaufforderung oder einen Check-out-Prozess. Die Bank des Nutzers autorisiert daraufhin die Überweisung. Dabei kommt das Prinzip der „Starken Kundenauthentifizierung” (Strong Customer Authentication, SCA) zum Einsatz, die im EU-Bankwesen bereits vorgeschrieben ist.

Die Einführung von Wero erfolgt schrittweise:

Phase

Timeline

Peer-to-Peer (P2P, auch Person-to-Person)Live seit 2024
Person-to-Professional (P2Pro)2025 eingeführt
E-Commerce-Check-out 2026 im Ausbau
Point-of-Sale-ZahlungenGeplant
Abonnements & Zahlungsaufforderungen (Request-to-Pay) Geplant

Wo ist Wero bereits verfügbar und wie sehen die nächsten Schritte aus? 

Bereits im Einsatz: In Deutschland, Frankreich und Belgien werden P2P-Zahlungen bereits vollständig unterstützt. Die Einführung im E-Commerce ist zudem im Gange.

2026: Luxemburg tritt dem Netzwerk bei. Niederländische Banken und Händler beginnen mit der Umstellung von iDEAL, wobei bereits das Co-Branding „iDEAL | Wero“ eingesetzt wird, wie von der EPI bestätigt wurde. Der Einsatz im E-Commerce breitet sich in den teilnehmenden Ländern weiter aus.

2027: Die Umstellung von iDEAL auf Wero ist in den Niederlanden voraussichtlich abgeschlossen; parallel zur weiteren Expansion in andere europäische Märkte.

 

Welche Rolle spielt Wero für Finanz- und Treasury-Teams?

  • Die Bank-zu-Bank-Verarbeitung kann die Kosten für die Zahlungsabnahme im Vergleich zu Karten senken, insbesondere für Händler mit hohem Zahlungsvolumen.
  • Die von der Bank authentifizierte Echtzeit-Verarbeitung bedeutet weniger fehlgeschlagene Transaktionen und weniger manuellen Nachbearbeitungsaufwand.
  • Ein einheitlicher Standard über alle Märkte hinweg bedeutet weniger lokale Integrationen, die gewartet werden müssen. Unternehmen, die Zahlungen über mehrere Länder und Währungen hinweg verarbeiten, benötigen jedoch weiterhin eine Infrastruktur, die diese zuverlässig weiterleitet, prüft und abstimmt (unabhängig davon, über welches Zahlungssystem eine Zahlung eingeht).
  • Jeder neue Zahlungsverkehrskanal bringt ein zusätzliches Format und weitere Transaktionsdaten mit sich, die mit offenen Rechnungen abgeglichen werden müssen. Diese Herausforderung ist bereits von der Einführung anderer Echtzeit-Zahlungen bekannt. Wer frühzeitig die passenden Prozesse schafft, ist vorbereitet, wenn Wero in seinem Markt an Reichweite gewinnt.

 

Wie können Finanzteams sich auf Wero vorbereiten?

Wero ist mehr als nur eine zusätzliche Zahlungsmethode. Die Einführung ist ein Schritt in Richtung eines europäischen Zahlungsverkehrs, in dem Echtzeit-Zahlungen zwischen Konten selbstverständlich sind und zentrale Prozesse im Forderungsmanagement, bei Kundenzahlungen und im Cash-Management unterstützen.

Teams, die Wero in bestehende Zahlungs-, Abstimmungs-, Zahlungseingangsverarbeitungs- und Reporting-Prozesse integrieren, sind dadurch in der Lage:

  • Geldmittel durch Echtzeit-Abrechnungen schneller zu bewegen,
  • die Kosten für Zahlungsabnahme und Forderungen zu senken,
  • die durchgängige Verarbeitung (Straight-Through-Processing) zu steigern,
  • den Zahlungsstatus und die Liquiditätslage früher einzusehen,
  • Kunden eine schnellere Bezahlmöglichkeit zu bieten,
  • auf Grundlage eines gemeinsamen Standards in mehr europäische Märkte zu expandieren.

Für die meisten Unternehmen stellt sich nicht die Frage, ob sie Echtzeit-Zahlungen wie Wero unterstützen sollen, sondern ob ihre Forderungs- und Finanzprozesse bereit sind, deren Vorteile voll auszuschöpfen.

 

Key Takeaways – das Wichtigste im Überblick

  • Wero ist ein von der EPI entwickeltes europäisches Sofortzahlungsverfahren, das auf der SEPA-Sofortüberweisung basiert und eine Zahlungsabwicklung in weniger als 10 Sekunden ermöglicht.
  • P2P-Zahlungen sind in Deutschland, Frankreich und Belgien bereits verfügbar; die Einführung im E-Commerce-Check-out wird bis 2026 ausgeweitet.
  • Die Niederlande und Luxemburg treten dem Netzwerk 2026 bei, wobei die Umstellung auf das niederländische iDEAL-Verfahren voraussichtlich 2027 vollständig abgeschlossen sein wird.
  • Für Finanzteams stellt sich vor allem die Frage, ob sie das neue Echtzeitzahlungssystem in ihre Zahlungs- und Abstimmungsprozesse integrieren können, ohne dass ein zusätzlicher manueller Aufwand entsteht – und genau darauf ist die Lösung Bill Presentment and Payments von Serrala ausgelegt.

 

Beschleunigen Sie Collections via Wero mithilfe von Bill Presentment and Payments von Serrala

Bill Presentment and Payments von Serrala unterstützt Unternehmen dabei, den Wandel hin zu sofortigen Konto-zu-Konto-Zahlungen zu bewältigen – mit einer cloudbasierten Plattform, die speziell für die Zahlungsabläufe von Verbrauchern und KMU entwickelt wurde. Durch eine zentrale Integration können Unternehmen ihren Kunden ein reibungsloses, digitales Zahlungserlebnis bieten, während im Hintergrund die automatisierte Verarbeitung, der Abgleich und die Kommunikation ablaufen.

Während Wero europaweit wächst, ermöglicht es Bill Presentment and Payments Unternehmen, neue Zahlungssysteme in ihre Forderungsstrategie zu integrieren, ohne dass zusätzliche Integrationen, Anbieter oder Formate verwaltet werden müssen.

In Kombination mit der Omnichannel-Rechnungsstellung, vorausgefüllten Zahlungsaufforderungen, Echtzeit-Verarbeitungen und automatisierter Zahlungseingangsverarbeitungen bietet es Finanzteams eine solide Grundlage für ein schnelleres Forderungsmanagement, ein besseres Kundenerlebnis und dafür, von der zunehmenden Verbreitung von Sofortzahlungen in Europa zu profitieren. Jetzt mehr über Bill Presentment and Payments erfahren.

 

FAQ – Häufig gestellte Fragen

 

Ist Wero auch in meinem Land verfügbar?

Ab 2026 werden Wero-Zahlungen von Person zu Person in Deutschland, Frankreich und Belgien unterstützt, während die Option für den Check-out im Onlinehandel in denselben Märkten schrittweise eingeführt wird. Die Niederlande und Luxemburg kommen im Laufe des Jahres 2026 hinzu. Ein weiterer Ausbau über andere Länder und Banken hinweg wird erwartet.

Ist die Nutzung von Wero kostenfrei?

Für Überweisungen zwischen Privatpersonen ist Wero über teilnehmende Banken in der Regel kostenlos oder kostengünstig. Händler, die Wero akzeptieren, zahlen eine Bearbeitungsgebühr, die jedoch in der Regel niedriger ist als die üblichen Interbankenentgelte für Kartenzahlungen.

Inwiefern unterscheidet sich Wero von Apple Pay oder Google Pay?

Apple Pay und Google Pay basieren auf bestehenden Kartennetzwerken. Wero überweist Geld mithilfe der SEPA-Echtzeitüberweisung direkt zwischen Bankkonten, wobei die Kartennetzwerke umgangen werden. Zudem liegt die Entwicklung und Verwaltung in den Händen europäischer Banken statt privater Technologieunternehmen.

Wird Wero iDEAL oder Bancontact ersetzen?

Wero soll iDEAL in den Niederlanden ablösen, wobei die vollständige Umstellung für Ende 2027 angedacht ist. Bancontact wird vorerst parallel zu Wero laufen.

Ist Wero sicher?

Zahlungen über Wero werden über teilnehmende Banken abgewickelt und unterliegen denselben Standards der Starken Kundenauthentifizierung (Strong Customer Authentication, SCA), die bereits im gesamten EU-Bankwesen vorgeschrieben sind, sowie einer Betrugsüberwachung auf Bankebene bei jeder Transaktion.

Deckt Wero auch B2B-Zahlungen ab?

Noch nicht in großem Maßstab. Der Schwerpunkt von Wero liegt derzeit auf der Nutzung durch Verbraucher und kleine Händler, einschließlich QR-Zahlungen von Privatpersonen an Gewerbetreibende (P2Pro). Umfassendere B2B-Zahlungsströme laufen weiterhin über die bestehende Infrastruktur für Banküberweisungen und Zahlungsautomatisierung.

Über
den Autor

Jan Bakker

SVP Payments

Jan Bakker ist Senior Vice President Payments bei Serrala und verantwortet die globale Strategie und Umsetzung der End-to-End-Zahlungslösungen des Unternehmens. Mit seiner umfassenden Expertise in den Bereichen Zahlungsverkehr, Fintech und Enterprise-SaaS treibt Jan Serralas Mission voran, Unternehmen mit sicheren, automatisierten und nahtlos integrierten Zahlungslösungen zu unterstützen. In seiner Funktion verantwortet Jan die Weiterentwicklung und den Ausbau des Payments-Portfolios von Serrala und verbindet dabei Produktinnovation, Go-to-Market-Strategie und operative Exzellenz.

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